Tag 618 des Ausnahmezustands in Peru

In Peru besteht seit März 2020 aufgrund der Corona-Pandemie ununterbrochen der Ausnahmezustand. Die Zentralregierung teilte seitdem die Regionen in verschiedene Alarmstufen ein und passte die Maßnahmen der Höhe der Krankheitsfälle an.

Im Prinzip blieben die Vorschriften immer gleich, nur die Aktivitäten wurden prozentual eingeschränkt und die Uhrzeiten der Ausgangssperren adaptiert. Kaum jemand beschwerte sich, in der Öffentlichkeit hielt man sich weitgehend an die Regeln. Die Schulen blieben seitdem geschlossen, der Unterricht wurde auf digitale Plattformen verlagert und die Initiative "Ich lerne zu Hause" ins Leben gerufen. In seiner Rede zum 100. Tag seiner Amtszeit gab Präsident Pedro Castillo bekannt, dass die Kinder im März 2022 wieder zur Schule gehen werden.


Peru ist Sterbeweltmeister

Schaut man sich die aktuelle Statistik 2021 der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) je Million Einwohner im Ländervergleich an, steht Peru mit 5171 Fällen noch immer an der Spitze hinter Tschechien, Brasilien, Argentinien und die USA.

Als Grund sind verschiedene Ursachen zu nennen:

informelle Arbeit Peru
Eine Frau verkauft "Gelatinas" auf der Strasse
  • Das peruanische Gesundheitssystem war unterfinanziert und schlecht vorbereitet.

  • Der für die Behandlung von Covid-19-Patienten benötigte Sauerstoff war knapp.

  • Im ganzen Land gibt es nur etwa 1.600 Intensivbetten, weit weniger als in einigen Nachbarländern.

  • Rund 70 % der Menschen arbeiten informell im Land, d.h. sie haben keine Sozialversicherung. Die Menschen sind daher gezwungen auf die Strasse zu gehen, um zu arbeiten und zu überleben.

  • Die Wenigsten haben ein Auto, die Mehrzahl der Peruaner ist auf die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln angewiesen.

  • Mehr als 40 % der Haushalte in Peru haben keinen Kühlschrank, wie eine Umfrage der Regierung aus dem Jahr 2020 ergab. Daher müssen die Menschen frische Ware auf den mit dem Coronavirus stark durchseuchten Märkten einkaufen.

  • Ein hoher Prozentteil der Menschen in den armen Regionen Perus leben in überfüllten Haushalten, was die soziale Distanzierung erschwert und die Ausbreitung des Virus begünstigt.

Die Impfkampagne in Peru startete nur langsam
Covid Impfung Peru

In Peru waren bis zum 20. November 39.183.058 Impfungen erfolgt, davon 17.084.235, also ungefähr die Hälfte der Bevölkerung komplett geimpft. Das peruanische Gesundheitsministerium (Minsa) strebt an, landesweit 80 % der Zielbevölkerung mit beiden Dosen zu impfen. Auch Jugendliche über 12 Jahre werden bereits geimpft. Die Impfung von Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren wird voraussichtlich im Januar 2022 beginnen, um die sichere Rückkehr in die Schule im nächsten März zu gewährleisten. Seit dem 13.11. wurde in Peru auch mit Boosterimpfungen begonnen. Die COVID-19-Infektionen sind in Peru rückläufig.

Peru meldet zur Zeit durchschnittlich 1400 Neuinfektionen pro Tag.


Impfvergleich Covid-198 Peru-Deutschland
Quelle: ourworldindata.org
Ist Peru auf dem Weg zur Herdenimmunität?

Das peruanische Gesundheitsministerium hofft bis Dezember 2021 24 Millionen der 32 Millionen Einwohner des Landes vollständig immunisieren zu können, um eine Herdenimmunität gegen das Virus zu erreichen. Diese Aussage müsse man aber mit Vorsicht geniessen, da das Konzept der Herdenimmunität für COVID-19 noch wenig erforscht sei und aufgrund der Eigenschaften der Impfstoffe (unterschiedliche Technologien und Wirksamkeiten), des Auftretens von Varianten und der fortschreitenden Durchimpfung in jeder Region nur schwer zu erreichen sein wird.

COVID-19-Varianten in Peru

In Peru haben die Behörden berichtet, dass folgende Covid-19-Varianten identifiziert worden sind: Alpha (ursprünglich aus dem Vereinigten Königreich), Gamma (aus Brasilien) und Delta (aus Indien), wobei Lambda (aus Südamerika) die vorherrschende Variante sei. (Quelle: www.gob.pe)

Die vier neuen Maßnahmen zur COVID-Prävention, die ab 15. Dezember in Kraft treten

1. Nachweis der vollständigen Impfung bei Aufenthalt in geschlossenen Räumen

Demnach müssen Personen über 18 Jahre ihren physischen oder virtuellen Ausweis vorlegen, um zu belegen, dass sie gegen COVID-19 geimpft sind, wenn sie geschlossene Räume betreten wollen. Das Tragen der Maske ist obligatorisch. In Restaurants oder ähnlichen Einrichtungen dürfen die Gesichtsmasken erst beim Verzehr der Speisen entfernt werden.


2. Arbeiter müssen vollständig immunisiert sein.

Unternehmen mit mehr als zehn Arbeitnehmern dürfen nur noch dann tätig werden, wenn alle ihre Arbeitnehmer die volle Impfdosis nachweisen können.


3. Fahrer von öffentlichen Verkehrmitteln und Lieferdiensten dürfen nur arbeiten, wenn sie nachweisen können, dass sie vollständig geimpft worden sind. In Lima und Callao bleibt das Tragen von Gesichtsschutzschilden in öffentlichen Verkehrsmitteln bis auf weiteres obligatorisch.


4. Bei Reisen innerhalb Perus zwischen den Provinzen dürfen Passagiere über 45 Jahren nur noch Verkehrsmittel betreten, wenn sie zwei Dosen des Impfstoffs gegen COVID-19 erhalten haben.



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