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  • AutorenbildAnne Amaru

BLUMEN IN EINEN GARTEN PFLANZEN, WOZU?

Aktualisiert: 30. Juli 2020

Nutzen, nicht Ästhetik steht im Blickpunkt der armen Menschen, die hier auf dem Land leben und auf ihren Feldern arbeiten, um sich und ihre Kinder zu ernähren.


Aus der Sicht der Peruaner muss ich verrückt erscheinen, das ich soviel Wert auf einen Garten lege, der mir außer ein paar Kräutern und ein paar schönen Blumensträussen keinerlei Erträge bringt.

Vor einiger Zeit besuchte mich meine peruanische Nachbarin und ich zeigte ihr stolz meine selbst gezogenen deutschen Gartenblumen. Sie war ganz überrascht, wie viele Pflanzen in meinem Garten in Wahrheit Kräuter sind. Ich sagte: „Tengo mis secretos“, was so viel heißt, wie „ich habe meine Geheimnisse“, und sie lachte.

Dann zeigte sie mit dem Finger auf das Pampasgras und bemerkte: „Esta planta se llama cortadora“, "cortar" heißt schneiden und der Name ist sicherlich auf die scharfen Blätter zurückzuführen, an denen ich mich auch regelmäßig beim Umkraut jäten schneide. Danach erkannte sie richtigerweise, das viele Blumen in meinem Garten in Wahrheit peruanische Naturpflanzen oder sogar Unkräuter sind. Das Saatgut vieler dieser Pflanzen wird in europäischen Ländern teilweise für teures Geld verkauft. Viele meiner Lieblingspflanzen wie z. B. die Brugmansia datura wachsen hier wild und blühen draußen in der Natur reicher als in meinem Garten...


Durch das meist eher milde Klima in den Anden sah ich tolle gestalterische Möglichkeiten für die Anlage eines Gartens: Neben einem Staudengarten entstand ein Tropen-, Schatten-, Rosen- und Steingarten. Auch ein Teich war bald ausgehoben, eine Wildblumenwiese schnell ausgesät. Ich installierte Vogelhäuschen, machte aber die Erfahrung das die peruanischen Vögel so etwas nicht kennen und lieber in den Bäumen und Büschen um uns herum nisten ;-)

 

Vor einigen Jahren bekam man in den Baumärkten noch Grünpflanzen, mittlerweile bietet man dort nur noch Plastikblumen an, weil sich die echten schlecht verkaufen.


Das hat den Vorteil, das die Angestellten dort die Pflanzen nicht mehr tot gießen oder vertrocknen lassen können, denn dies war genau das, was ständig passiert war. In Peru gibt keine Gartencenter, wie wir sie in Deutschland kennen, daher lasse mir regelmäßig Saatgut, Zwiebeln und Wurzeln von Pflanzen schicken. In Lima findet man eher Orte, um schöne dekorative Pflanzen zu kaufen, aber das ist ziemlich weit von uns entfernt und im Flugzeug kann man nur schwierig Pflanzen mitnehmen.


In einigen Küstenstädten finden sich vermehrt Verkaufsstände - oder viel mehr aneinander gereihte "Bretterbuden", wo man für sehr wenig Geld tolle Pflanzen kaufen kann. Dort werden Rosen, Kakteen, Palmen und viele tropische Pflanzen angeboten, die wir in Deutschland nur als Zimmerpflanzen kennen. Pflanzen wie der Ficus Benjamini werden in Parks bepflanzt und zu Figuren getrimmt, wie wir es mit dem Buchsbaum machen.


Rosenanzucht in Gewächshäusern

In den Küstenregionen findet man am Straßenrand viel blühenden Oleander und Bougainvilleen klettern an Hauswänden und Zäunen hinauf, ähnlich wie in Spanien. Leichter zu finden sind Geschäfte, die Schnittblumen verkaufen und auch Kränze und Blumensträusse für Kirchen, Beerdigungen und Hochzeiten vorbereitet. Viel werden auch Rosen in speziellen Gewächshäusern für den Verkauf gezüchtet.


Viele arme Leute zäunen einen kleinen Bereich vor ihrem Haus ein, in den sie Geranien pflanzen, Sonnenblumen und Mais aussäen, um irgend etwas Hübsches zu gestalten, was kein Geld kostet, denn die Vermehrung von Geranien ist einfach...


Fast jedes Dorf hat eine "Plaza de Armas", was früher - und heute immer noch teilweise - der Exerzierplatz war, ist heute der Fleck in jedem kleinsten Ort, wo sich jemand ein bisschen Gedanken darüber gemacht hat, wie er seine Umgebung etwas verschönern kann.











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